1. Mannschaft ringt dem Tabellenführer in der Nachspielzeit einen Punkt ab
Am Samstagabend, den 29. August um 18:00, stand für den FC Speicher auf dem heimischen Rasen der Buchen eine echte Reifeprüfung an. Zu Gast war der FC Urnäsch, der im Vorfeld der Partie als stärkste Mannschaft der Gruppe und aktueller Spitzenreiter gehandelt wurde. Entsprechend klar und fokussiert fiel die Ansprache des Trainer M. Knechtle in der Kabine aus: Von der allerersten Sekunde an galt es, kompromisslos Vollgas zu geben, extrem nah am Gegenspieler zu stehen und den Gästen durch maximale Lauf- und Zweikampfbereitschaft von Beginn an den Schneid abzukaufen. Angeführt von Captain M. Schrag betrat die Mannschaft hochmotiviert das Spielfeld.
Der FC Speicher erwischte einen hervorragenden Start und setzte die taktischen Vorgaben von der ersten Minute an diszipliniert um. Das Heimteam übernahm sogleich das Spieldiktat, liess das Spielgerät sicher durch die eigenen Reihen zirkulieren und verlagerte das Spielgeschehen über ein druckvolles Mittelfeldspiel immer wieder gefährlich auf die beiden Aussenbahnen. Speicher erarbeitete sich zwar früh erste Tormöglichkeiten, liess jedoch zunächst noch die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen. In der 9. Spielminute belohnte sich die Heimmannschaft schliesslich für ihren engagierten Beginn: K. Kunz fasste sich an der Strafraumgrenze ein Herz, liess mit einer dynamischen Körpertäuschung und starkem Antritt gleich zwei gegnerische Verteidiger ins Leere laufen und versenkte den Ball platziert und unhaltbar im rechten Toreck zum umjubelten 1:0.
Nach diesem Führungstreffer flachte das Spielgeschehen etwas ab. Der FC Urnäsch fand allmählich besser in die Zweikämpfe und kam in der Folge zu ein bis zwei nennenswerten Torchancen, die Speichers Defensive und durch hervorragender Torwartleistung jedoch aufmerksam bereinigen konnte. Auf der Gegenseite blieb der Heimclub stets wachsam und setzte durch schnell vorgetragene Nadelstiche in die Tiefe immer wieder seine Offensivkräfte gefährlich in Szene, verpasste es in dieser Phase jedoch, den zweiten Treffer nachzulegen. Als sich die Zuschauer auf der Buchen bereits auf eine verdiente Pausenführung einstellten, folgte kurz vor dem Halbzeitpfiff die kalte Dusche: Ein unnötiger Ballverlust von Speicher in der Nähe des eigenen Sechzehners wurde vom FC Urnäsch eiskalt bestraft.
Nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauern ein gänzlich anderes Bild. Der schöne Spielfluss aus der ersten Halbzeit wich zusehends einer enormer Physis geprägten Begegnung. Beide Teams schenkten sich in den intensiven Zweikämpfen keinen Zentimeter, und der Schiedsrichter unterbrach die Partie, durch häufige Pfiffe immer wieder, wodurch kaum noch ein geordneter Spielaufbau zustande kam. In dieser zerfahrenen Phase reichte den Gästen ein einziger Moment der Unachtsamkeit: Nach einem langen Schlag aus der Urnäscher Abwehrreihe fehlte in der Innenverteidigung des FC Speicher für einen kurzen Augenblick die Zuordnung. Der Urnäscher Sturm spekulierte richtig, zog in der 58. Minute allein auf das Speicherer Tor zu und markierte eiskalt die 1:2-Führung für den Spitzenreiter.
Speichers Trainerbank reagierte unmittelbar auf den Rückstand, ging volles Risiko und stellte das taktische System auf eine bedingungslose Schlussoffensive mit vier Stürmern um. Mit enormem Willen warf das Heimteam fortan alles nach vorne. Aus der Defensive und dem Mittelfeld segelten wiederholt weite Bälle in den gegnerischen Sechzehner, um dort für Unruhe zu sorgen. Urnäsch stemmte sich jedoch mit allen Kräften dagegen, klärte mehrfach in höchster Not und schien den knappen Vorsprung über die Zeit retten zu können.
Als die reguläre Spielzeit bereits abgelaufen war und die Partie sich in ihren allerletzten Sekunden befand, sprach der Schiedsrichter dem FC Speicher in der 93. Minute noch einen letzten Eckball zu. Sämtliche Spieler rückten mit in den gegnerischen Strafraum auf. R. Ramaj übernahm die Verantwortung und flankte das Leder mit viel Schnitt und Präzision in den Sechzehner. Dort schraubte sich N. Bertram mit einem wuchtigen Hechtkopfball in die Flugbahn, erwischte das Leder perfekt und erzielte in allerletzter Sekunde den erlösenden 2:2-Ausgleichstreffer.
Direkt nach dem Treffer ertönte der Schlusspfiff, woraufhin auf der Buche grenzenlose Ekstase herrschte. Glänzte der FC Speicher im ersten Durchgang noch durch feinen Kombinationsfussball und klare Spielkontrolle, waren in der zweiten Hälfte pure Leidenschaft, eiserner Kampfgeist und mentale Stärke gefragt. Mit diesem Willen und einer sehr guten Torwart Leistung von M. Diem belohnte sich der FC Speicher mit einem Punktgewinn und rang dem favorisierten Tabellenführer ein beachtliches 2:2-Unentschieden ab.

